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Prozesse

Ein Bauunternehmen organisieren: die 4 Schritte des Controllings

Wie man von der Chaos-Führung zum strukturierten Controlling übergeht: Chancen verfolgen, Kosten pro Auftrag analysieren, Cash Flow überwachen und regelmässige Reviews abhalten.

Guido Alberti·5 min Lesezeit

Problem: das Bauunternehmen hat Arbeit, aber der Unternehmer weiss nie genau, wie viel auf jedem einzelnen Auftrag verdient wird, und am Jahresende sind nicht so viele Gewinne wie erhofft.

Lösung: ein 4-stufiges Controlling-System (Chancen, Auftragskosten, Cash Flow, regelmässige Reviews), das in 3 Stunden pro Woche betrieben werden kann.

Ergebnis: klare Zahlen, fundierte Entscheidungen und ein Unternehmen, das wirklich für den Unternehmer arbeitet.

Alle arbeiten, aber niemand weiss, wie viel er verdient

In vielen Baubetrieben gibt es dasselbe Bild: vollständige Baustellen, beschäftigte Mitarbeiter, voll gefüllte Kalender. Und am Ende des Jahres fragt sich der Unternehmer: "Wo sind all die Gewinne geblieben?"

Das Problem ist das Controlling, oder besser: sein Fehlen. Nicht weil der Unternehmer schlecht ist oder schlecht plant. Sondern weil im täglichen Betrieb hat Brandlöschen immer Priorität vor Überwachen. Und wenn man nichts überwacht, fährt man blind.

Warum Controlling im Bauwesen unverzichtbar ist

In den meisten anderen Sektoren ist das Controlling ein bekanntes Konzept. Im Bauwesen ist es oft etwas Unbekanntes oder etwas, das nur "grossen" Unternehmen vorbehalten ist.

Aber im Bauwesen ist das Controlling besonders wichtig, weil:

  • Jede Baustelle ein einmaliges Projekt mit spezifischen Kosten ist
  • Unvorhergesehene Ereignisse die Margen in wenigen Wochen vernichten können
  • Die Kosten (Material, Arbeit, Unteraufträge) sich täglich verändern
  • Der Abstand zwischen Offerte und Realität oft gross ist

Ohne Controlling weisst du nie, ob du auf einer Baustelle gewinnst, bis es zu spät ist, um zu intervenieren.

Die 4 Schritte des Controllings

Schritt 1: Chancen verfolgen

Bevor eine Baustelle beginnt, gibt es eine Anfrage, eine Offerte, eine Verhandlung. Diese Phase verfolgen die meisten Betriebe nicht. Ergebnis: Man weiss nicht, wie viele Offerten man schickt, wie viele man gewinnt und warum man manche verliert.

Das Chancen-Tracking ist einfach: eine Tabelle (oder ein einfaches CRM) mit:

  • Datum der Anfrage
  • Typ Arbeit
  • Offertbetrag
  • Status (offen, gewonnen, verloren)
  • Falls verloren: warum

Diese Daten sagen dir in 3 Monaten, welche Art von Arbeit du am häufigsten gewinnst, was deine durchschnittliche Abschlussrate ist und ob du deine Preise anpassen musst.

Schritt 2: Kosten pro Auftrag analysieren

Das ist das Herz des Controllings. Für jeden laufenden Auftrag gibt es eine Auftragsakte, die wöchentlich aktualisiert wird:

Kosten-KategorieWas man verfolgt
MaterialBestellte und erhaltene Menge, Kosten gegenüber Offerte
ArbeitGeleistete Stunden pro Person, Kosten gegenüber Offerte
UnteraufträgeVereinbarter Betrag, Fakturiertes bisher
UnvorgesehenesJedes unvorhergesehene Ereignis und sein Kostenbeitrag

Jede Woche: 30 Minuten Aktualisierung. Am Ende jedes Auftrags: Vergleich zwischen tatsächlichen und erwarteten Kosten.

Es gibt kein langfristiges Verbesserungspotenzial, wenn jene Daten nicht gespeichert werden. Wenn du weisst, dass du auf kleinen Aufträgen immer Stunden verlierst, kann man den Preis anpassen. Wenn man weiss, dass ein bestimmter Materialtyp immer Überkosten verursacht, kann man die Marge in der Offerte erhöhen.

Schritt 3: Cash Flow überwachen

Gewinn ist nicht Liquidität. Man kann gewinnbringend sein und gleichzeitig Probleme mit der Liquidität haben, wenn Kunden langsam zahlen und Lieferanten pünktlich bezahlt werden müssen.

Das Cash Flow-Management erfordert ein einfaches aber regelmässiges Instrument:

Was man überwachtFrequenzWarum
Ein- und AusgängeWöchentlichUm zu wissen, ob man die Ausgaben für die nächste Woche abdecken kann
Offene RechnungenZweiwöchentlichUm sich rechtzeitig um die Eintreibung zu kümmern
Vorhergesagte Liquidität (30-60 Tage)MonatlichUm Engpässe vorherzusehen, bevor sie auftreten

Ein Liquiditätsengpass kann ein gesundes Unternehmen töten, wenn man ihn nicht vorausplant. Früh wissen ist Macht.

Schritt 4: Regelmässige Reviews

Alle Kontrolle der Welt nützt nichts, wenn man die gesammelten Daten nicht periodisch überprüft, um Entscheidungen zu treffen.

Eine monatliche Review von 60 Minuten:

  • Wie ist der Durchschnitt auf laufenden Aufträgen (tatsächlich vs. erwartet)?
  • Gibt es Aufträge, die mehr als 10% über den Kostenerwartungen liegen? Warum?
  • Wie ist der Cash Flow für die nächsten 30 Tage?
  • Gibt es Chancen, die ich nachverfolgen oder eliminieren sollte?

Diese 60 Minuten monatlich ersetzen hunderte Stunden der Unsicherheit und des Vermutens.

BAU Gest

Controlling automatisch mit BAU Gest

BAU Gest verfolgt Offerten, Auftragskosten und Cash Flow in Echtzeit. Der Montagsbericht zeigt dir die 5 Zahlen, die den Unterschied machen. 30 Minuten für die Einrichtung, lebenslanger Überblick.

So funktioniert es
Swiss
Made
BAU Gest
Nettomarge24,2%
Aktive Aufträge8
Stundenabweichung+12%

Frühe Warnsignale: wann man sofort eingreifen muss

Controlling ist nicht nur Rückschau. Es ist auch Frühwarnsystem. Es gibt Signale, die man sofort erkennen muss:

SignalWas es bedeutetwas zu tun ist
Auftragskosten + 20% gegenüber OfferteDie Baustelle macht keinen Gewinn mehrSituation analysieren, Ursache finden, bei Bedarf mit Kunde Variante besprechen
3+ offene Anfragen ohne Antwort seit 2 WochenFollow-up fehltFollow-up-System aktivieren (Schreiben, anrufen)
Cash Flow negativ für 2 aufeinanderfolgende WochenLiquiditätsrisikoEintreibung beschleunigen, Ausgaben verschieben
Abschlussrate unter 20% für 2 MonateEntweder zu teuer oder falsche ZielgruppeAnalyse der verlorenen Offerten

Diese Signale brauchen sofortige Aufmerksamkeit, nicht Aufschub bis zum Jahresende.

Die Zeit-Investition, die es braucht

Eine der häufigsten Einwände: "Ich habe keine Zeit für das Controlling, ich bin den ganzen Tag auf der Baustelle."

Hier ist die Zeitinvestition für ein minimales aber funktionsfähiges Controlling-System:

AktivitätZeit pro WocheZeit pro Monat
Auftragsakte aktualisieren2 x 30 Minuten~4 Stunden
Cash Flow überwachen1 x 15 Minuten~1 Stunde
Monatliche Review-1 Stunde
Gesamt~75 Minuten/Woche~6 Stunden/Monat

6 Stunden pro Monat, um zu wissen, ob dein Unternehmen wirklich gut verdient. Nicht geraten, nicht "ungefähr". Wirklich gut verdient.

Wenn du verstehen willst, wie du das Controlling in deinem Betrieb einrichtest

Buche 30 Minuten mit uns. Wir zeigen dir, welche Zahlen du wöchentlich überwachen musst und wie du das System so aufbaust, dass es zu deiner Realität passt. Ohne Verpflichtung, ohne Kosten.

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